Landfrauenverein Stammertal
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                                      VEREINSREISE: soziale führung zürich, 22.08.2026

Am Samstag, 22. August, trafen sich 30 Landfrauen, Jung und Alt, zu ihrer diesjährigen Vereinsreise nach Zürich. Auf dem Programm stand zunächst ein gemütliches Mittagessen in Frau Gerolds Garten am Fusse des Prime Towers. Das Gelände hat sich im Laufe der Jahre zu einem einzigartigen Stadtgarten entwickelt, der mit eigenem Nutzgarten, frischen Kräutern, kleinen Shops, Kunst und vielfältigen Veranstaltungen einen besonderen Ort der Begegnung geschaffen hat.
Die bunte Gruppe bestieg in bester Stimmung den Zug in Stammheim. Die gemütliche Fahrt über Winterthur nach Zürich wurde für angeregte Gespräche und geselliges Beisammensein genutzt. Die Vorfreude auf den gemeinsamen Tag war deutlich spürbar.
In Frau Gerolds Garten angekommen, zeigte sich schnell die Begeisterung der Teilnehmerinnen. Sowohl der Garten als auch das vielfältige kulinarische Angebot wussten zu überzeugen. Die frisch zubereiteten Speisen aus der offenen Küche fanden rasch den Weg zu den hungrigen Landfrauen. Nach dem Mittagessen blieb genügend Zeit, das Gelände zu erkunden, die besondere Atmosphäre zu geniessen oder sich mit einem Gelati oder einem Kaffee verwöhnen zu lassen. Die Zeit verging wie im Flug.
Anschliessend machte sich die Gruppe zu Fuss auf den Weg zum Kasernenareal. Dort erwartete die Landfrauen eine soziale Surprise-Stadtführung unter dem Titel «Unter Strom – Ein Leben im Milieu». Schon von Weitem wurden wir von Dodo herzlich begrüsst. Die ehemalige Prostituierte gehört seit 2025 zum Team von Surprise und führt Besucherinnen und Besucher durch ihre bewegende Lebensgeschichte.
Authentisch, offen, humorvoll und zugleich berührend, erzählte Dodo von ihrer Kindheit, ihrem Aufstieg und ihrem Fall. Mit grosser Ehrlichkeit gewährte sie der Gruppe Einblicke in eine Lebenswelt, die den meisten fremd ist. Die Landfrauen hörten aufmerksam zu und nahmen spürbar Anteil an ihrem Schicksal. Mit ihrer herzlichen Art verstand es Dodo, die Zuhörerinnen zu fesseln und zum Nachdenken anzuregen.
Besonders eindrücklich blieben vielen Teilnehmerinnen eine Aussage von Dodo in Erinnerung: «Ich konnte reden, das war mein Glück.» Mit diesem Satz brachte sie auf den Punkt, wie wichtig es ist, Hilfe anzunehmen, über Sorgen und Nöte zu sprechen und Menschen an seiner Seite zu haben, die zuhören. Dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch ihre bewegende Lebensgeschichte.
Neben ihrer persönlichen Geschichte stellte sie verschiedene Anlaufstellen und Einrichtungen vor, die Menschen im Milieu Unterstützung bieten. Dazu gehören das Ambulatorium an der Kanonengasse sowie die Zufluchts- und Beratungsstelle PACE. Dort endete schliesslich die eindrückliche Führung.
Sichtlich bewegt von den Erzählungen und den gewonnenen Einblicken trat die Gruppe die Heimreise an. Der Gesprächsstoff ging den Landfrauen auf der Rückfahrt nicht aus. Für viele war die Führung eine grosse Bereicherung und ein wertvoller Perspektivenwechsel. Die sozialen Herausforderungen, aber auch die Stärke und Offenheit von Dodo, hinterliessen einen bleibenden Eindruck.
Ein herzliches Dankeschön an Dodo für den offenen Einblick in ihr Leben und die eindrückliche Führung.
Die Landfrauen Stammheim
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